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Superman fliegt wieder

Doppelweltmeister Johannes Rydzek gehört weiter zu den Favoriten

Mit großen Kopfhörern auf den Ohren stimmte sich Johannes Rydzek sich auf die nächste Station seiner WM-Festspiele ein. Der Doppelweltmeister hörte laute Rockmusik, als er das Hotel „Scandic“ in Richtung Loipe verließ. Draußen warteten bereits ein paar Autogrammjäger auf den Allgäuer, er zum erfolgreichsten Teilnehmer der Nordischen Ski-Weltmeisterschaft im schwedischen Falun werden könnte. Dazu will er beim Wettbewerb von der Großschanze noch einmal den Mörderbakken rocken. Genau das tat der 23-Jährige vom SC Oberstdorf bei seinen Siegen im Einzel von der Normalschanze und im Teamwettbewerb: Nach seinen erfolgreichen Sprüngen hielt er die Ski wie eine E-Gitarre vor die Brust und haute in die imaginären Seiten. „Da ist mir irgendwas von AC/DC durch den Kopf gegangen“, verriet er später.

Von der Großschanze könnte Rydzek es erneut krachen lassen. „Ich habe noch nicht genug“, ließ er im Gespräch mit unserer Zeitung keine Zweifel an einer erneuten Medaillenjagd aufkommen. Auch sein Stützpunkt-Trainer Kai Bracht, 36, aus Oberstdorf ist sich sicher: „Wenn die Bedingungen an der windanfälligen Schanze keinen Strich durch die Rechnung machen, dann hat Johannes das Zeug zu einer erneuten Medaille.“ In jedem Fall will Rydzek wieder sein Superman-Shirt tragen, das ihn bei seinen bisherigen Höhenflügen begleitete.

Beim Sprung-Training der Kombinierer durfte er sich noch wegen heftigen Windes nicht in die Lüfte schwingen. Stattdessen bereitete sich Rydzek mit seinen Teamkollegen Eric Frenzel, Fabian Rießle, Tino Edelmann und Björn Kircheisen mit einer lockeren Langlauf-Einheit auf die zweite und somit letzte Einzelentscheidung in der Nordischen Kombination vor. Es folgt dann noch der Teamsprint, bei dem aller Wahrscheinlichkeit nach Frenzel und Rydzek eine erneute Goldchance haben.

Wächst „Kombi-Riese“ Rydzek in den kommenden Tagen erneut über sich hinaus? Diese Frage wurde im DSV-Tross eifrig diskutiert. „Vor dem ersten Rennen stand er enorm unter Druck. Dass er das gewonnen hat, macht ihm die weiteren Einsätze leichter“, sagt der Allgäuer Dr. Florian Porzig, der neben Stefan Pechner (Leitender Arzt der Kombinierer) zum DSV-Ärzteteam gehört und Rydzek schon viele Jahre kennt. An den Vorabenden der Gold-Rennen hat er den Überraschungssieger mit Akupunktur behandelt. Einerseits, um muskuläre Verspannungen zu lösen. Andererseits, um die Nervosität abzubauen, wozu auch vertrauliche Gespräche der beiden beigetragen haben dürften.

Text: Tobias Schuhwerk/Allgäuer Anzeigeblatt

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